6. Medienerziehung
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Projekt Integrative Medienerziehung

 

Ein integrativer Ansatz zur Medienerziehung und zum Einsatz der neuen Medien
Eine erfolgversprechende integrative Medienerziehung und ein intensiverer Einsatz der neuen Medien zur Verbesserung der Lehr-Lernprozesse erscheinen nur dann moeglich, wenn eine Reihe von Voraussetzungen geschaffen werden koennen:
1. Fuer einen Neuanfang ist es notwendig, dass sich Schulleitung und Kollegium bewusst fuer die integrative Medienerziehung und den Einsatz der neuen Medien als eine wichtige Aufgabe ihrer Schule entscheiden. Die Schulleitung muss dieses Anliegen durch Anschaffung der erforderlichen Medien und durch flexible organisatorische Rahmenbedingungen unterstuetzen. Ab dem Schuljahr 2004/2005 ist ein Projekt Lego-Robolab geplant, bei dem die Schueler einen Legoroboter konstruieren und am PC ein Programm entwickeln, das den Roboter per Infrarot in seinen Aktionen steuert. In der Vorbereitung haben die Arbeitslehre-Lehrer an der Universitaet Koblenz selbst an einer entsprechenden Fortbildung teilgenommen. Eine zusaetzliche Auffrischung wird schulintern durch den Fachleiter Medien zum Ende dieses Schuljahres fuer das eigentliche Projektteam erfolgen.
2. Entscheidend fuer eine erfolgreiche Medienerziehung an einer Schule ist die Bereitschaft des Kollegiums, die mit der unterrichtlichen Integration verbundenen didaktisch-methodischen Veraenderungen und daraus folgende Konsequenzen zu akzeptieren. Dazu gehoeren die Bereitschaft und das konkrete Bemuehen der Lehrer/innen um folgende Punkte bei der Unterrichtsplanung und -vorbereitung:
- Eine gewisse fachliche Offenheit, um moegliche Bezuege zwischen den unterrichteten Faechern und medienspezifischen Themen zu erkennen und unterrichtlich zu nutzen.
- Die Bereitschaft, die Medienwelten ihrer Schueler und damit zusammenhaengende Praeferenzen oder Probleme unvoreingenommen zu beobachten und in die Planungsueberlegungen einzubeziehen.
- Die Bereitschaft zur Teamarbeit bei faecheruebergreifenden Projekten und zu neuen Wegen bei der Schuelerbeurteilung.
3. Fast genauso wichtig ist die Vertrautheit der Lehrkraefte mit den jeweiligen Medien. Eine gewisse Sicherheit und Erfahrung im Umgang mit dem jeweiligen Medium (Handling von Hard- und Software) muss durch schulhausinterne Fortbildungen und durch haeufiges unterrichtliches Arbeiten mit einem Medium schrittweise aufgebaut werden. Da nicht erwartet werden kann, dass alle Lehrkraefte mit allen Medien gut arbeiten koennen, erweist sich auch von daher die Idee von Leitmedien auf den einzelnen Klassenstufen fuer sinnvoll. Zur Unterstuetzung und Entlastung der Lehrkraefte beim Medieneinsatz koennte es zudem sehr nuetzlich sein, wenn einige gute und zuverlaessige Schuelerinnen oder Schueler in jeder Klasse zu Medienspezialisten ausgebildet werden. Vor allem bei Projekten mit praktischer Medienarbeit koennte dies die Gruppenarbeit sehr erleichtern.
4. Daraus ergibt sich als Konsequenz die Forderung nach einer offenen, flexiblen und handlungsorientierten Unterrichtsgestaltung. Wenn Lehrkraefte sich ueber Jahre hinweg an einen straffen, lehrerzentrierten Frontalunterricht gewoehnt haben, duerfte die Integration der Medienerziehung in den beschriebenen Formen nicht leicht fallen. Dann wird es sehr darauf ankommen, dass die Lehrerinnen und Lehrer mit aller Konsequenz darauf hinarbeiten, dass die Kinder eine Reihe einfacher aber grundlegender Arbeitstechniken und Arbeitshaltungen mit groesster Sicherheit beherrschen und in der Lage sind, Aufgaben diszipliniert und selbstaendig in Partner- oder Gruppenarbeit zu erledigen. Wenn diese basalen Rahmenbedingungen ausser acht bleiben, fuehrt die Arbeit mit Medien zu organisatorischen und disziplinaeren Schwierigkeiten, und Lehrkraefte und Schueler werden bald die Lust daran verlieren.
5. Schliesslich ist fuer einen koninuierlichen und intensiven Medieneinsatz eine flexible Medienorganisation bedeutsam, um die Verfuegbarkeit und Betreuuung der Medien im Schulhaus sicherzustellen. Zunaechst waere dafuer zu sorgen, dass auf jedem Stockwerk des Schulhauses eine Grundausstattung auditiver und audiovisueller Medien (Kassettenrekorder, Videoplayer, Fernseher) und in jedem Klassenzimmer wenigstens ein Multimedia-PC vorhanden sind, um Absprachen zwischen den Lehrkraeften zu erleichtern und zeitaufwendiges Herrichten der Medien zu vermeiden."