Projekt Integrative Medienerziehung
Ein integrativer Ansatz zur Medienerziehung und zum Einsatz der neuen
Medien
Eine erfolgversprechende integrative Medienerziehung und ein intensiverer
Einsatz der neuen Medien zur Verbesserung der Lehr-Lernprozesse erscheinen
nur dann moeglich, wenn eine Reihe von Voraussetzungen geschaffen werden
koennen:
1. Fuer einen Neuanfang ist es notwendig, dass sich Schulleitung und
Kollegium bewusst fuer die integrative Medienerziehung und den Einsatz der
neuen Medien als eine wichtige Aufgabe ihrer Schule entscheiden. Die
Schulleitung muss dieses Anliegen durch Anschaffung der erforderlichen
Medien und durch flexible organisatorische Rahmenbedingungen unterstuetzen.
Ab dem Schuljahr 2004/2005 ist ein Projekt Lego-Robolab geplant, bei dem
die Schueler einen Legoroboter konstruieren und am PC ein Programm
entwickeln, das den Roboter per Infrarot in seinen Aktionen steuert. In der
Vorbereitung haben die Arbeitslehre-Lehrer an der Universitaet Koblenz
selbst an einer entsprechenden Fortbildung teilgenommen. Eine zusaetzliche
Auffrischung wird schulintern durch den Fachleiter Medien zum Ende dieses
Schuljahres fuer das eigentliche Projektteam erfolgen.
2. Entscheidend fuer eine erfolgreiche Medienerziehung an einer Schule ist
die Bereitschaft des Kollegiums, die mit der unterrichtlichen Integration
verbundenen didaktisch-methodischen Veraenderungen und daraus folgende
Konsequenzen zu akzeptieren. Dazu gehoeren die Bereitschaft und das
konkrete Bemuehen der Lehrer/innen um folgende Punkte bei der
Unterrichtsplanung und -vorbereitung:
- Eine gewisse fachliche Offenheit, um moegliche Bezuege zwischen den
unterrichteten Faechern und medienspezifischen Themen zu erkennen und
unterrichtlich zu nutzen.
- Die Bereitschaft, die Medienwelten ihrer Schueler und damit
zusammenhaengende Praeferenzen oder Probleme unvoreingenommen zu beobachten
und in die Planungsueberlegungen einzubeziehen.
- Die Bereitschaft zur Teamarbeit bei faecheruebergreifenden Projekten und
zu neuen Wegen bei der Schuelerbeurteilung.
3. Fast genauso wichtig ist die Vertrautheit der Lehrkraefte mit den
jeweiligen Medien. Eine gewisse Sicherheit und Erfahrung im Umgang mit dem
jeweiligen Medium (Handling von Hard- und Software) muss durch
schulhausinterne Fortbildungen und durch haeufiges unterrichtliches
Arbeiten mit einem Medium schrittweise aufgebaut werden. Da nicht erwartet
werden kann, dass alle Lehrkraefte mit allen Medien gut arbeiten koennen,
erweist sich auch von daher die Idee von Leitmedien auf den
einzelnen Klassenstufen fuer sinnvoll. Zur Unterstuetzung und Entlastung
der Lehrkraefte beim Medieneinsatz koennte es zudem sehr nuetzlich sein,
wenn einige gute und zuverlaessige Schuelerinnen oder Schueler in jeder
Klasse zu Medienspezialisten ausgebildet werden. Vor allem bei Projekten
mit praktischer Medienarbeit koennte dies die Gruppenarbeit sehr
erleichtern.
4. Daraus ergibt sich als Konsequenz die Forderung nach einer offenen,
flexiblen und handlungsorientierten Unterrichtsgestaltung. Wenn Lehrkraefte
sich ueber Jahre hinweg an einen straffen, lehrerzentrierten
Frontalunterricht gewoehnt haben, duerfte die Integration der
Medienerziehung in den beschriebenen Formen nicht leicht fallen. Dann wird
es sehr darauf ankommen, dass die Lehrerinnen und Lehrer mit aller
Konsequenz darauf hinarbeiten, dass die Kinder eine Reihe einfacher aber
grundlegender Arbeitstechniken und Arbeitshaltungen mit groesster
Sicherheit beherrschen und in der Lage sind, Aufgaben diszipliniert und
selbstaendig in Partner- oder Gruppenarbeit zu erledigen. Wenn diese
basalen Rahmenbedingungen ausser acht bleiben, fuehrt die Arbeit mit Medien
zu organisatorischen und disziplinaeren Schwierigkeiten, und Lehrkraefte
und Schueler werden bald die Lust daran verlieren.
5. Schliesslich ist fuer einen koninuierlichen und intensiven Medieneinsatz
eine flexible Medienorganisation bedeutsam, um die Verfuegbarkeit und
Betreuuung der Medien im Schulhaus sicherzustellen. Zunaechst waere dafuer
zu sorgen, dass auf jedem Stockwerk des Schulhauses eine Grundausstattung
auditiver und audiovisueller Medien (Kassettenrekorder, Videoplayer,
Fernseher) und in jedem Klassenzimmer wenigstens ein Multimedia-PC
vorhanden sind, um Absprachen zwischen den Lehrkraeften zu erleichtern und
zeitaufwendiges Herrichten der Medien zu vermeiden."